Walderlebnistage 2023

30.09.2022

Montag 19.06. – Freitag 14.07. 2023

Die Forstämter Burghaun, Fulda und Hofbieber freuen sich, die Walderlebnistage vom 19.06. – 14.07. 2023 für alle dritten Grundschulklassen im Landkreis Fulda wieder anbieten zu können!

Täglich werden im Bereich des Forstamtes Hofbieber zwischen 9.00 – 12.30 Uhr, gleichzeitig und versetzt zueinander, je 7 Schulklassen auf einem circa 3 Km langen Rundweg durch Forstpersonal geführt. Tiere und Pflanzen des Waldes, Holzernte und dessen Verwendung, ein „Schweigepfad“ und Interessantes rund um Wald und Forstwirtschaft werden vermittelt.

Ein schönes Gefühl für den Wald und seine Besonderheiten soll mit nach Hause genommen werden.

Alle dritten Schulklassen können sich ab dem 01.10. 2022 und bis spätestens 28.02.2023 anmelden.

Für JEDE Klasse ist aus technischen Gründen ein separates Formular auszufüllen.

Anmeldebogen: hier !

Anmeldungen und Rückfragen schicken Sie bitte per Mail an:    

WalderlebnistageFAHofbieber@forst.hessen.de

Alle weiteren Unterlagen schicken wir Ihnen nach Anmeldeschluss zu.

Ist denn schon Herbst?

05.09.2022

Wassermangel in Hessens Wäldern sorgt für spätsommerlichen Laubabwurf

Der anhaltende Wassermangel und die hohen Temperaturen bedeuten einen großen Stress für Bäume. In Bad Hersfeld zum Beispiel hat es laut wetterkontor.de in den Monaten Juni bis Ende August nur ein Drittel so viel Niederschlag gegeben, wie im langjährigen Mittel.

Ein Baum nimmt Wasser durch die Wurzeln und Kohlendioxyd über die Blätter auf und wandelt es mit Hilfe der Sonne in Holz um. Dabei stößt der Baum Wasserdampf und Sauerstoff durch kleine Spaltöffnungen in den Blättern wieder aus. Um nicht mehr Wasser zu verdunsten, als der ausgetrocknete Boden hergibt, verschließt der Baum an heißen Tagen seine Spaltöffnungen, eine reine Lebenserhaltungsmaßnahme. Um schließlich seine Ressourcen zu schonen, stößt der Baum seine Blätter ab. Dadurch kann er aber kein Holz mehr erzeugen, die Jahrringe bleiben schmal.

Normalerweise überlebt ein Baum einen trockenen Sommer ohne Probleme. Mehrere Jahre mit Wassermangel schwächen jedoch die Vitalität der Bäume erheblich. „Die gelegentlichen, kurzen Gewitterschauer haben so gut wie keinen Effekt auf den völlig ausgetrockneten Oberboden“ warnt Michelle Sundermann, Pressesprecherin von HessenForst.

Um den Wald an die sich verändernden Klimabedingungen anzupassen, begründet HessenForst zukunftsfähige Mischwälder mit einer Vielzahl von Baumarten, die auch mit weniger Wasser zurechtkommen. Dazu zählen die Forstleute beispielsweise Eichen, Ahorne, Eschen und Linden aber auch Kiefer und Douglasie. Außerdem setzen die Forstleute auf die natürliche Anpassungsfähigkeit von Bäumen und nicht zuletzt auf die rasche Reduktion des CO2-Ausstoßes.

HessenForst: J. Kaffenberger – trockene Eichen

Das Forstamt Schlüchtern bildet wieder aus

01.08.2022

Nach rund zehn Jahre Pause ist es endlich wieder so weit. Das Forstamt Schlüchtern bildet im Ausbildugnsberuf Forstwirt/in wieder aus. Am 01. August 2022 durften wir unsere drei neuen Kollegen herzlichst begrüßen. Simon Leinweber, Florian Oestreich und Lucas Jacob starten in eine spannende Ausbildungszeit, in der sie unser ausbildender Forstwirtschaftsmeister Lucas Koschella tatkräftig unterstützen wird.

Gerne möchten sich die drei Kollegen an dieser Stelle einmal selbst vorstellen.

Hallo, mein Name ist Lucas Jacob. Ich bin 16 Jahre alt und komme aus Hohenzell. Nach meinem Realschulabschluss habe ich die Ausbildung als Forstwirt angetreten. Für mich ist es kein Neuland mit Holz zu arbeiten, da wir zu Hause selbst viel Brennholz machen. Ich arbeite gerne in und mit der Natur, des Weiteren interessieren mich die Aufgaben und Arbeiten eines Forstwirtes sehr. Es ist für mich sehr spannend zu erfahren, was der Beruf so mit sich bringt.

Lucas Jacob

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Mein Name ist Florian Oestreich, ich bin 17 Jahre alt und gebürtig aus Metzlos bei Grebenhain. Schon als kleines Kind war ich sehr gerne draußen in der Natur und insbesondere im Wald. Ich habe Zuhause meinem Opa schon oft bei Waldarbeiten zugesehen und es schließlich selber ausprobiert. Da habe ich festgestellt das mir Arbeiten im Wald viel Spaß machen. Daraufhin machte ich zwei Praktika beim Forstamt in Schotten. Danach stand fest, dass der Beruf Forstwirt mein Traumjob sein wird. Ich besuchte die Oberwaldschule in Grebenhain, von 2012 bis 2022 und bestand meine mittlere Reife erfolgreich. Am 01. August .2022 begann ich meine Ausbildung zum Forstwirt beim Forstamt Schlüchtern und freue mich sehr auf die drei Ausbildungsjahre.

Florian Oestreich

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Hallo, ich heiße Simon Leinweber, bin 24 Jahre alt und komme aus Hauswurz.
Zusammen mit meinen Azubi-Kollegen habe ich am 01. August 2022 meine Ausbildung zum Forstwirt hier im Forstamt Schlüchtern begonnen und bin in den kommenden drei Jahren in den Revieren Breunings und Schwarzenfels eingesetzt.
Für mich ging es über einen kleinen Umweg in den Wald: Nach Abschluss der Realschule absolvierte ich zuerst die Ausbildung zum Verwaltungsfachangestellten bei der Stadt Fulda. Jedoch bemerkte ich in den vergangenen Jahren immer mehr, dass dieser Beruf nicht zu mir passen will.
Durch meine Familie, die seit Jahren eine kleine, nebenerwerbliche Landwirtschaft mit Ackerbau und früher auch Rinder- und Schweinehaltung betreibt, wuchs ich mit der Arbeit in und mit der Natur auf. Vor allem aber die jährliche Brennholzgewinnung und die Pflege der eigenen Waldflächen interessierte mich und festigte so immer mehr den Wunsch im Forstbereich zu arbeiten. Nachdem zwei Forstwirtschaftsmeister aus meinem Bekanntenkreis auch meine letzten Fragen geklärt hatten, stand für mich fest: Ich möchte die Ausbildung zum Forstwirt starten.
In meiner Freizeit beschäftige ich mich mit unterschiedlichen Sportarten, z.B. Krafttraining und Schwimmen, und packe selbstverständliche bei den anfallenden Arbeiten in der heimischen Landwirtschaft mit an.
Ich freue mich sehr auf die nächsten drei Jahre der Ausbildung mit vielen neuen Eindrücken.

Simon Leinweber

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Das Team vom Forstamt Schlüchtern wünscht seinen neuen Auszubildenden alles erdenklich Gute und viel Spaß in dieser spannenden Ausbildungsphase.

Hohe Waldbrandgefahr in weiten Teilen Hessens

18.07.2022

Umweltministerium ruft erste von zwei Alarmstufen aus

Das Hessische Umweltministerium hat ab heute die erste von zwei Alarmstufen, Alarmstufe A, für die Forstverwaltung in Hessen ausgerufen. Die Aussicht auf ein Anhalten der Wetterlage ohne ergiebige landesweite Niederschläge macht diesen vorsorgenden Schritt erforderlich. Für die nächsten Tage besteht nach aktuellen Prognosedaten des Deutschen Wetterdienstes (DWD) in Hessen überwiegend hohe Waldbrandgefahr. Die für Mitte der Woche vorhergesagten, gewittrigen Niederschläge führen nach erster Einschätzung zu keiner anhaltenden Verbesserung der Situation.

Weite Teile Hessens sind seit Wochen ohne größere Niederschläge geblieben. Nach unterdurchschnittlichen Niederschlägen in den Monaten März, Mai und Juni setzte sich dieser Trend auch im Juli bislang fort. Bedingt durch das Andauern der trockenen Witterung bei gleichzeitig hohen Temperaturen verschärft sich die Waldbrandgefahr in ganz Hessen.

Bereits die schwierigen Bedingungen der Jahre 2018 bis 2020 mit umfangreichen Sturm-, Trocken- und Borkenkäferschäden haben den Wald stark belastet. Durch die aktuelle Witterung sind die Oberböden im Wald weitestgehend ausgetrocknet. Das inzwischen stark ausgetrocknete Kronenrestholz, Reisigmaterial und abgestorbene Bäume bilden in vielen Teilen des Landes ein leicht entzündbares Material.

Das Ministerium bittet daher alle Waldbesucherinnen und Waldbesucher um erhöhte Vorsicht und Aufmerksamkeit. Außerhalb der ausgewiesenen Grillstellen darf kein Feuer entfacht werden. Auf den Grillplätzen sollte darauf geachtet werden, dass kein Funkenflug entsteht und dass das Feuer beim Verlassen des Grillplatzes richtig gelöscht wird. Für die im Einzelfall erforderliche Schließung von Grillstellen in besonders brandgefährdeten Waldgebieten bzw. Waldrandbereichen wird bereits jetzt um Verständnis gebeten. Bereits bestehende Einschränkungen sind unbedingt einzuhalten. Im Ausnahmefall ist auch die vorübergehende Sperrung von Waldwegen und Waldflächen nicht ausgeschlossen.

Im Wald ist das Rauchen grundsätzlich nicht gestattet. Waldbrandgefahr geht auch durch entlang von Straßen achtlos aus dem Fenster geworfenen Zigarettenkippen aus.

Alle Waldbesucherinnen und Waldbesucher werden zudem gebeten, die Zufahrtswege in die Wälder nicht mit Fahrzeugen zu blockieren. Pkws dürfen nur auf den ausgewiesenen Parkplätzen abgestellt werden. Die Fahrzeuge sollten nicht über trockenem Bodenbewuchs stehen. Mit dem Ausrufen der zweithöchsten Alarmstufe wird unter anderem sichergestellt, dass die besonders gefährdeten Waldbereiche verstärkt überwacht werden. Die Forstverwaltung stellt zudem die technische Einsatzbereitschaft sicher und intensiviert den Kontakt zu den örtlichen Brandschutzdienststellen.

Wer einen Waldbrand bemerkt, wird gebeten, unverzüglich die Feuerwehr (Notruf 112) zu informieren.

Weitere Informationen zum Thema Waldbrandgefahr und den Alarmstufen finden Sie hier: https://umwelt.hessen.de/wald/klimastabiler-wald/waldbrandgefahr

Mehr Artenvielfalt im Hessischen Staatswald

01.07.2022

Umweltministerin Priska Hinz hat heute zusammen mit Stefan Nowack, Abteilungsleiter Waldentwicklung und Umwelt bei HessenForst im Staatswald bei Hofheim im Taunus die neue Naturschutzleitlinie für den Hessischen Staatswald vorgestellt.

„Wir schützen die Artenvielfalt und damit auch unser Leben und unsere Zukunft. Die neue Naturschutzleitlinie für den Hessischen Staatswald leistet genau das und ist bundesweit vorbildlich,“ sagte Umweltministerin Priska Hinz. „Der Schutz der Artenvielfalt wird bei der Waldbewirtschaftung zukünftig noch stärker berücksichtigt. Das weltweite Artensterben bedroht das Leben, wie wir es kennen. Es gilt neben der Klimakrise als die größte Bedrohung für die Menschheit. Deswegen unternehmen wir große Anstrengungen, bedrohte Arten zu schützen und Lebensräume wiederherzustellen. Dort, wo das Land als Eigentümer handelt, gilt das in besonderem Maße.“

„Die neue Naturschutzleitlinie stellt die konsequente Weiterentwicklung unserer bisherigen naturschutzfachlichen Ziele und Standards dar. Insbesondere die lokalen Naturschutzkonzepte werden den Naturschutz vor Ort noch einmal für die Öffentlichkeit transparenter und betrieblich operationaler gestalten. HessenForst dankt allen, die in dem breit angelegten Prozess der Weiterentwicklung mitgewirkt und mit ihren Beiträgen dafür gesorgt haben, dass das Werk in heutiger Form in dieser hohen Qualität vorliegt“, sagte Stefan Nowack, Leiter der Abteilung Waldentwicklung und Umwelt beim Landesbetrieb HessenForst.

Die vier Säulen der neuen Naturschutzleitlinie

  1. Mehr Habitatbäumen als Schlüssel der Artenvielfalt
Totholz Buche

Ein Kernstück der neuen Naturschutzleitlinie ist die Erhöhung der Anzahl an Habitatbäumen von bisher drei auf durchschnittlich zehn Bäume pro Hektar in Laubbaumbeständen über 100 Jahre. In Natura 2000-Schutzgebieten (Netz von Schutzgebieten innerhalb der EU) werden es sogar fünfzehn Bäume pro Hektar. Habitatbäume spielen eine entscheidende Rolle im bewirtschafteten Wald. Sie ergänzen sonst kaum vorhandenen Strukturen der Alters- und Zerfallsphasen eines Naturwalds. Habitatbäume sind daher in der Regel ältere Bäume, die besondere ökologische Merkmale, sogenannte Mikrohabitate, besitzen. Sie bieten Lebensraum für eine große Bandbreite an Arten. Abblätternde Rinde wird so als Wochenstube der Mopsfledermaus genutzt, Hirschkäfer siedeln sich in Totholz an und Baumhöhlen unterschiedlicher Größe bieten Platz etwa für Raufußkauz, Siebenschläfer oder Hohltaube.

  • Schutz seltener Tiere stärken
Schwarzstorch

Der Wald ist Lebensraum für viele Arten, die selten geworden sind und deswegen eines besonderen Schutzes bedürfen. Darunter sind Vogelarten und Waldfledermäuse, die besonders hohe Ansprüche an die Höhlen- und Nischenausstattung des Waldes stellen. Auch an dieser Stelle wird der Artenschutz in der neuen Naturschutzleitlinie durch eine Optimierung bestehender Regelungen gestärkt. Dazu gehören die Sicherung der Brut- und Setzzeit durch verkürzte Holzerntezeiträume, die Ausweitung von Horstschutzzonen für Großvögel wie den Schwarzstorch sowie spezifisch angepasste Schutzmaßnahmen für bedrohte Arten.

  • Wasserrückhalt für den Wald der Zukunft

Vor dem Hintergrund der Klimakrise wird für die Zukunftswälder die Verfügbarkeit von Wasser entscheidend sein. Der Wasserrückhalt im Wald ist daher neu in die Naturschutzleitlinie aufgenommen worden. Viele der enthaltenen Maßnahmen zielen darauf ab, Wasser im Wald möglichst lange zurückzuhalten: Feuchtwälder und insbesondere Waldmoore sind wichtige Kohlenstoffsenken und sollen revitalisiert werden. Besonderen Schutz erfahren als hochsensible Lebensräume Quellen, für die der Landesbetrieb HessenForst eine besondere Verantwortung übernimmt. Die Anlage und der Erhalt von Tümpeln und wasserführenden Gräben unterstützt Amphibien wie Feuersalamander und Gelbbauchunke.

  • Lokale Naturschutzkonzepte und Naturschutzkodex

Lokale Naturschutzkonzepte für die Forstämter, die alle zehn Jahre erarbeitet werden, bilden eine wichtige Säule für den künftigen Waldnaturschutz. In diesen Konzepten werden für jedes Forstamt ausgehend von einer Analyse der Arten, Lebensräume und Schutzgüter im Staatswald Handlungsfelder und Naturschutzmaßnahmen ausgearbeitet. Damit kann auf die unterschiedlichen Naturausstattungen und Schutzbedarfe in den verschiedenen Forstämtern konkret eingegangen werden.

Ausdruck des gelebten Naturschutzes im Hessischen Staatswald ist der Naturschutzkodex. Alle Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Landesbetriebs Hessen-Forst verpflichten sich, bei Entscheidungen und Maßnahmen im Wald immer auch die Wirkungen auf den Naturschutz im Blick zu haben. Ergänzt wurde der bereits seit 2020 bestehende Naturschutzkodex in der neuen Leitlinie durch praktische Auswirkungen auf den Arbeitsalltag des Landesbetriebs. Hierzu gehört auch das Controlling durch Kennzahlen, die zukünftig für alle messbaren Handlungsfelder erhoben werden.

Hintergrund:

2010 wurde die erste Naturschutzleitlinie für den Hessischen Staatswald veröffentlicht, die bereits wichtige Maßstäbe für den Naturschutz im Wald gesetzt hatte. Nach der Herausgabe der neuen Richtlinie für die Bewirtschaftung des Hessischen Staatswalds (RiBeS 2018), in der Biodiversität als neues Hauptziel verankert wurde, wurde 2020 – auch vor dem Hintergrund der Auswirkungen des Klimawandels auf den Wald –der Prozess zur Evaluierung und Erneuerung der Leitlinie angestoßen. In Facharbeitsgruppen aus Mitgliedern des Landesbetriebs, weiterer Behörden und externer Expertinnen und Experten wurde die neue Leitlinie entwickelt und nach einer Beteiligung von Naturschutzverbänden, Landesnaturschutzbeirat und Landesforstausschuss final abgestimmt.  

Jörg Winter im Ruhestand, Sebastian Merkel neuer Forstamtleiter. Produktionsleiter Wolf-Rüdiger Berends ebenfalls verabschiedet

27.06.2022

Generationenwechsel im Forstamt Schlüchtern: Jörg Winter (li.) übergibt das Forstamt
an Sebastian Merkel (2.v.li.), Karina Brasch übernimmt Produktionsleitung von Wolf-Rüdiger
Berends (re.)
Foto: HessenForst

Harald Dersch, HessenForst-Regionalleiter verabschiedete Forstamtsleiter Jörg Winter am 24.
Juni in den Ruhestand. Er dankte seinem Kollegen für die geleistete Arbeit und das
Engagement, mit dem Winter und sein Team das Forstamt durch die vergangenen
Extremjahre gebracht hat. „Die Verjüngung der Eiche und die Stabilisierung des
Waldökosystems waren meine forstlichen Schwerpunkte“, berichtete Winter und führte fort:
„Auch die Jagd gehört für mich ganz wesentlich zum Waldbau.“
Neuer Forstamtsleiter wird Sebastian Merkel. Merkel hat sein forstliches Studium an der
Albert-Ludwig-Universität in Freiburg im Breisgau absolviert. Nach dem Referendariat
sammelte er erste berufliche Erfahrungen im hessischen Umweltministerium. Von September
2018 bis Ende Mai 2022 war er Produktionsleiter im Forstamt Jossgrund. Zur Amtsübernahme
betonte Merkel: „Ich freue mich, hier in meiner Heimat gemeinsam mit dem gesamten
Forstamtsteam unseren heimischen Wald mit all seinen Facetten und den Ansprüchen an ihn
in Zeiten des Klimawandels zu begleiten. Das verträgliche Zusammenleben von Mensch und
Tier in der Natur sehe ich als zentrales Element an.“
Beinahe zeitgleich mit Winter geht auch der langjährige Produktionsleiter des Forstamts, Wolf-
Rüdiger Berends in den Ruhestand. Über 17 Jahre sorgte er im Forstamt mit großem
Engagement für die Organisation der Holzernte und der Holzvermarktung. In diese Fußstapfen
wird Karina Brasch treten, die sich nach ihrem Referendariat in Bayern bereits seit Ende 2021
im Forstamt einarbeiten konnte. Ihr Interesse gilt besonders dem Waldbau im Klimawandel.

Das Team vom Forstamt Schlüchtern wünscht seiner neuen Forstamtsleitung alles Gute und allseits eine gute Zusammenarbeit!

Schulungen – Motorsägenlehrgänge im Angebot

05.05.2022

Mit Freude dürfen wir nach längerer Pause wieder die Mobile Waldbauernschule in unserem Forstamt begrüßen. Nähere Informationen und wann welche Kurse in unserem Bereich stattfinden, erfahren Sie im folgenden Beitrag.

Die mobile Waldbauernschule bietet Ihnen, als hessischer Privatwaldbesitzer, ein regionales Schulungsangebot. Das Angebot gilt ebenfalls für Ihre Familienmitglieder und Helfende des Betriebs, sofern diese bei der Sozialversicherung für Landwirtschaft, Forsten und Gartenbau (SVLFG) mitversichert sind.

Im Forstamt Schlüchtern finden im Herbst folgende Schulungstage statt:

Natürlich können auch Angebote in den umliegenden Forstämtern wahrgenommen werden, wie z. B. im Forstamt Schotten oder Forstamt Fulda. Weitere Termine finden Sie in der Suchfunktion: https://www.hessen-forst.net/schulungen/

Alles Weiter zum Thema mobile Waldbauernschule ist hier zu finden: https://www.hessen-forst.net/post/aktuelles/mobile-waldbauernschule/

Bei Rückfragen können Sie sich gerne an uns wenden.

Ihr Team vom Forstamt Schlüchtern

Ausbildung – Vorstellung Forstinspektoranwärter Leon Sass

02.05.2022

Mein Name ist Leon Sass, ich bin 23 Jahre alt und ich komme aus dem kleinen Städtchen Suhl im Thüringer Wald.

Sobald ich in meiner Heimat vor die Tür trat, stand ich sofort im Wald oder war nur 2 Minuten von diesem entfernt. Vor allem mit meinem Opa war ich als Kind viel im Wald unterwegs. Auch mein anderer Großvater prägte mich vor. Dieser besitzt ein Sägewerk in dem ich viele Stunden meiner Kindheit und Jugend verbracht hatte. Doch bis zur 11. Klasse hätte ich mir nicht träumen lassen, überhaupt in die Richtung Forstwirtschaft zu gehen. Generell war bei mir kein direkter Berufswunsch ausgeprägt. Durch Zufall begann mein Bester-Freund mit der Jagdausbildung. Er schwärmte vom erlangten Wissen über das Wild, den Wald und die Natur. So erwachte in mir eine starke Neugier und die Studienberatung empfahl mir ein Praktikum im Forst. Nach dem freiwilligen Praktikum war mir klar: “Ich will Förster werden!“

So begann ich nach dem Abitur 2017 mein Forststudium an der FH Erfurt. Das Studium selbst und die weiteren Praktika im Thüringer Wald festigten meinen Wunsch immer mehr. Während des Studiums erwarb ich meinen Jagd-, Angel- und Sägenschein und baute somit mein Wissen weiter aus. Kurz vor dem Bachelorabschluss 2021 eröffnete sich jedoch die Möglichkeit, das Sägewerk meines Großvaters fortzuführen. Ich wagte den Schritt und übernahm das Werk. Die Arbeit mit dem Werkstoff Holz machte riesen Spaß. Doch jeden Tag war es der gleiche Ablauf und auch die Aufträge fehlten, da wir sie mit der alten Technik nicht bearbeiten konnten. Auf neue Maschinen hätten wir zu lange warten müssen. Auch stellte ich fest, dass mir etwas fehlte. Die Abwechslung und die Nähe zur Natur, die mir doch so sehr am Beruf des Försters gefiel, hat gefehlt.

So entschloss ich mich nach kurzer Überlegung für eine Bewerbung zum Anwärterdienst bei HessenForst. Egal mit wem man sprach, jeder konnte nur Gutes über die Ausbildung in Hessen sagen. Auch nach der Berufsmesse an der FH hat HessenForst bei mir einen bleibenden Eindruck hinterlassen.

Seit April 2022 bin ich nun Forstoberinspektoranwärter und freue mich auf die sehr lehrreiche Ausbildung.

Ausbildung – Vorstellung Forstinspektoranwärterin Johanna Heinz

Hallo, mein Name ist Johanna Heinz. Ich bin 25 Jahre alt und komme aus Grebenau.  

Nach dem Abitur 2016 habe ich ein freiwilliges ökologisches Jahr (FÖJ) im Forstamt Burghaun absolviert. Dies war für mich der Startschuss für den grünen Beruf als Förster, den sowohl mein Vater als auch mein Opa bereits ausgeübt haben. Nach dem FÖJ ging es im Oktober 2017 für ein Forstwirtschaftsstudium an die Fachhochschule nach Erfurt. Während des Studiums erlangte ich meinen Jagdschein. Innerhalb der 7 Semester Regelstudienzeit wurde immer klarer, dass der Weg mit dem Abschluss des Studiums noch nicht beendet ist, sondern der Anwärter nach erfolgreichem Bachelor zur vollständigen Ausbildung angestrebt wird.

Nach dem Studium im März 2021 habe ich ein halbes Jahr das Forstamt Romrod bezüglich des Borkenkäfers mittels Borkenkäfermonitoring unterstützt. Weiterhin arbeitete ich danach ein halbes Jahr bei den Hohenzollern Forstdiensten in Sigmaringen als Maschineneinsatzleiterin.

Seit April 2022 bin ich Forstoberinspektoranwärterin im Forstamt Schlüchtern. Ich freue mich sehr auf dieses lehrreiche Jahr in der Heimat.  

Von der Schreinerwerkstatt in den Wald – Leon Murray über seine Entscheidung, Förster zu werden

16.03.2022

Aktuell gibt es – zeitlich begrenzt – eine personelle Verstärkung im Forstamt Langen: Leon Murray, Student der Forstwirtschaft in Göttingen, absolviert derzeit für mehrere Monate sein Pflichtpraktikum im Wald des Landkreises Offenbach. Hier berichtet der 25-jährige über seinen bisherigen Lebensweg und wie er zu seinem Traumberuf gefunden hat:

Ursprünglich wollte ich nach meinem Abitur 2014 Produktdesign studieren. Zunächst allerdings brauchte ich Abstand von der Schulbank. Daher entschied ich mich recht schnell für eine handwerkliche Schreinerlehre, die mir später auch für das Designstudium hilfreich sein sollte.

Am Ende kam es aber doch anders.

Während der Ausbildung zum Schreiner wuchs mein Interesse am Ursprung des Werkstoffes Holz stetig. Gepaart mit meiner Liebe zur Natur war für mich irgendwann klar: Darüber möchte ich mehr erfahren! Also entschloss ich mich zu einem sechswöchigen Praktikum im schönen Pfälzer-Wald. In dieser Zeit habe ich viel Spannendes über die Arbeit im Wald und über die forstliche Ausbildung erfahren.

Im Anschluss daran arbeitete ich noch einige Jahre als Schreinergeselle. Aber der Wunsch, Förster zu werden, lies mich nicht mehr los. Und so wagte ich 2019, nach einer längeren Reise durch Europa, den Schritt ins Studentenleben – eine Entscheidung, die ich bis heute nicht bereut habe!

Was ich besonders schätze: das Forstwirtschaftsstudium ist dank zahlreicher Exkursionen sehr praxisorientiert. Und die breit gefächerten Studieninhalte vermitteln ein gutes Verständnis für die Zusammenhänge in der Natur. Neben Botanik und Wildbiologie gehört natürlich der Waldbau dazu, mit unseren Baumarten und deren besonderen Ansprüchen an Standort und Klima. Auch die Frage, wie der Rohstoff Holz nachhaltig geerntet werden kann, ohne Nachteile für künftige Generationen, ist wesentlicher Bestandteil der Lehre. Grundlagen der Betriebswirtschaft und des Zivilrechts gehören ebenso dazu wie Naturschutz, Umweltbildung und Bodenkunde. Die Aufzählung ist längst nicht vollständig – Meteorologie, Vermessungskunde und Wegebau sind, neben anderen Fächern, gleichfalls Inhalte des Studiums. Es ist wirklich eine ausgesprochen vielseitige und interessante Ausbildung!

Bild: HessenForst – Forststudent Leon Murray mit seiner Hündin Tarya beim Vermessen von Brennholz

Als gebürtigen Egelsbacher hat es mich nun für mehrere Monate zum Pflichtpraktikum wieder in die Heimat und an das Forstamt Langen verschlagen, wo ich derzeit tiefere Einblicke in den aktiven Revierdienst erhalten darf. Ich freue mich jedes Mal aufs Neue, wenn ich dabei etwas Gelerntes in natura sehe und die Verknüpfung zwischen Theorie und Praxis herstellen kann.

Der Beruf der Forstleute entspricht heute nicht mehr dem traditionellen Bild des „Grünrocks“, der mit Tabakspfeife, Dackel und Gewehr durch die Wälder spaziert. Es ist vielmehr ein höchst aktueller Beruf, der modernster Technik wie GPS und Tablet-PCs bedarf, um alle Arbeiten zu koordinieren und zu dokumentieren.

In meiner Ausbildung habe ich gelernt, dass der Wald ein sehr komplexes Ökosystem ist, welches für uns Menschen aus verschiedenen Gründen unverzichtbar ist. Er stellt uns Holz als Baumaterial und Energieträger zur Verfügung, schützt das Grundwasser und unsere Böden, dient unserer Erholung und vieles mehr.

Gerade in Zeiten von Klimawandel und damit verbundenen extremen Wetterereignissen ist im Wald mehr zu tun als je zuvor. Ich bin selbst traurig und schockiert über den aktuellen Zustand unserer Wälder. Aber ich freue mich darauf, nach Abschluss des Studiums meinen Anteil zur Regeneration beitragen zu können – damit auch die nächsten Generationen den Wald in all seinen Facetten genießen können.