Jetzt ist Zeckenzeit – mit etwas Vorsicht genießen Sie Ihren Waldspaziergang sorgenfrei

02.05.2022

Nicht zu heiß und doch schon richtig sommerlich – jetzt ist genau die Zeit zum Wandern, Radeln und Picknick machen. Und nach einer Anstrengung lässt man sich zur Pause gerne mal am Waldrand oder auf einer Wiese nieder.

Zecke oder „Holzbock“ (Ixodes ricinus)   (Foto: A. Dietz)

Aber genau dort lauern die Zecken (die man im Volksmund auch als „Holzbock“ bezeichnet) auf ihre Wirtstiere (das sind die Säugetiere und der Mensch). An Waldrändern, auf Kulturflächen im Wald und überall in einer grenzlinienreichen Landschaft, wo die Warmblüter öfter mal vorbeikommen, sitzen die Zecken auf den Pflanzen, gehen sozusagen „im Vorbeigehen“ auf den Wirt über und bleiben in der Kleidung oder bei Tieren im Fell hängen. Von dort aus suchen sie sich auf dem Körper eine schöne warme Stelle mit weicher Haut. Dort bohrt sich die Zecke dann ein, lässt zunächst einen gerinnungshemmenden Stoff fließen, um danach dann Blut zu saugen.

Wir bemerken die übliche Stichreaktion unseres Körpers auf der Haut. Es juckt und das ist zunächst noch nichts Bedenkliches. Während des Saugens können von der Zecke, falls vorhanden, aber auch Krankheitserreger übertragen werden. Je länger der Saugvorgang dauert (z. B. bis der Mensch die Zecke entdeckt und entfernt), desto mehr Erreger können übertragen werden. Gefährlich sind die Erreger der Hirnhautentzündung (der Frühsommer-Enzephalo-Meningitis, FSME) und der Borreliose. Gegen die FSME kann man sich durch eine Schutzimpfung schützen. Die Borreliose kann, wenn sie im Blut nachgewiesen wurde, mit Antibiotika behandelt werden.

Etwa 2-5 % der Zecken tragen die FSME-Erreger, in Deutschland und Österreich auch regional unterschiedlich, in sich.  Borrelien als Erreger der Borreliose konnten bei ca. 5 bis 35 % der Zecken nachgewiesen werden.

Vorbeugendes richtiges Verhalten in der Natur verschafft uns sorgenfreie Spaziergänge und einen ungetrübten Naturgenuss. Neben einer Schutzimpfung gegen FSME helfen das Tragen von enganliegender Kleidung und einer Kopfbedeckung beim Durchstreifen der Wälder und besonders der Waldränder.

Helle Kleidung ist für das schnelle Auffinden der Zecken hilfreich. Meiden Sie am besten den direkten Waldrand, da hier besonders häufig Zecken auf ihre Wirte warten; im Waldesinneren gibt es meist weniger Zecken. Wenn Sie wieder zuhause sind, wechseln Sie die Kleidung, schütteln diese gut aus und beim Duschen suchen Sie Ihren Körper auf Zecken ab. Zum richtigen Entfernen von Zecken bitte kein Öl und keinen Alkohol verwenden; die Zecke bekommt dadurch Atemnot und gibt mehr Sekret in die Stichstelle (und damit ggf. mehr Krankheitserreger) ab. Entfernen Sie die Zecke mit einer Zeckenzange, einer Pinzette oder einer Zeckenkarte. Ein Herausdrehen ist nicht sinnvoll, da es bei der Zecke keinen morphologischen Grund für eine „günstige“ Drehrichtung gibt. Ganz kleine Zecken (sogenannte Nymphen) kann man auch einfach mit dem Fingernagel abkratzen, wenn sie noch nicht festsitzen.

Wenn Sie nicht zurechtkommen oder wenn Sie sich nicht sicher sind, ob sich der Stich ggf. doch mehr entzündet, markieren Sie bitte die Stelle auf der Haut und gehen Sie zum Hausarzt.

Internationaler Tag des Waldes 2022

21.03.2022

Die FAO hat schon Ende der 70er Jahre für den 21. März den Internationalen Tag des Waldes ausgerufen. Mit diesem Aktionstag soll auf die große Bedeutung der Wälder auf der Welt für die Menschen, die Artenvielfalt und das Klima aufmerksam gemacht werden.

Ein Wald ist eine überwiegend mit Bäumen bestandene Fläche, die so groß ist, dass sich auf ihr ein Waldklima ausbilden kann. Waldflächen können sich aus sich selbst heraus verjüngen und das Werden und Vergehen kann bei nur geringen Störungen von außen in ein Gleichgewicht kommen. Es entsteht ein regelmäßiger Stoffkreislauf. Wälder sind komplexe Ökosysteme. Sie sind das produktivste Landökosystem und neben den Ozeanen die wichtigste Einflussgröße für das globale Weltklima.

Nur in Wäldern wird im Gegensatz zu anderen Landnutzungsformen wirksam Kohlendioxid aufgenommen und gespeichert. Sie sind neben den Ozeanen die wichtigsten Flächen für die Sauerstoffproduktion. Als sehr langlebige Ökosysteme sind sie für die Artenvielfalt zur Erhaltung des Genpools von unschätzbarem Wert. Durch den Bodenschutz, die Speicherung und den Schutz der Wasservorräte und durch die Schaffung von Lebensräumen im nur langsam vergehenden Totholz, ist unser Wald so ein Universaltalent.

Von Beginn an nimmt der Mensch Einfluss auf die Lebensgemeinschaft Wald. Zunächst war der Einfluss nur gering, durch Siedlungstätigkeit und hohen Holzbedarf stieg er sehr deutlich an. Holz ist für vielfältige Verwendungen ein sehr begehrter Rohstoff. Heute wird die Waldfläche nur noch wenig verändert.

Die Gesellschaft hat inzwischen den Wert des Waldes erkannt und der Wald wird an vielen Stellen auch und besonders um seiner selbst Willen geschützt. Gerade aktuell, während des Wiederaufbaus nach der Borkenkäferkatastrophe, werden größte Anstrengungen unternommen, einen klimastabilen und artenreichen neuen Wald aufzubauen.

Blick in einen alten Erosionsgraben im Wald mit kleinem Wasserlauf und Totholz im noch winterkahlen Wald im Taunus  (Foto: Arno Dietz)