Heimspiel für den Baum des Jahres 2022

27.01.2022

Die Rotbuche (Fagus sylvatica) ist der Baum des Jahres 2022. In Hessen ist die Rotbuche, welche häufig kurz als „Buche“ bezeichnet wird, keineswegs eine Seltenheit. Landesweit macht sie einen Anteil von 34 % aus und ist damit die dominierende Laubbaumart in Hessens Wäldern (BWI III).

Trockenheit und Hitze machen Buchenbeständen zu schaffen

Zuletzt war die Buche wegen der teilweise starken Schädigung aufgrund von Hitze und Trockenheit der vergangenen Sommer in den Fokus von Forstleuten und der Öffentlichkeit geraten. Auch die Buchenbestände im Forstamt Romrod zeigen teilweise deutliche Anzeichen der sogenannten „Buchenvitalitätsschwäche“. Blattverlust, Schleimfluss und aufplatzende Rinde sind deutliche Anzeichen. Zwar haben die letzten Jahre die Grenzen der Buche aufgezeigt – wegen immer vielfältigeren Verwendungsmöglichkeiten des Buchenholzes und ihres ökologischen Wertes kommt ihr dennoch weiterhin eine wichtige Bedeutung zu.

Unser Ziel sind klimastabile Mischbestände, um das Risiko, welches mit dem Klimawandel für unsere Waldbestände einhergeht, bestmöglich auf „viele Schultern zu verteilen“. Die Buche als schattentolerante Baumart bietet hierfür eine tolle Grundlage, um Mischbestände ergänzt mit Lärche, Kiefer, Douglasie und Ahorn zu etablieren.

Schon gewusst?

Das Wort „Buchstabe“ kommt daher, dass die Germanen früher Runen in kleine Stäbchen aus Buchenholz geritzt haben. Diese Stäbchen wurden als Orakel für wichtige Entscheidungen genutzt.

Bei Fragen wenden Sie sich gerne an uns!

Ihr Forstamt RomrodTel.: 06636 91793-0

Rotbuche ist Baum des Jahres 2022

07.01.2022

Hessen ist ein Buchenland: Mit einem Anteil von 30 % ist die Buche die häufigste und wichtigste Baumart in Hessens Wälder, vor Fichte und Eiche. Im Rheingauer Wald, der vom Forstamt Rüdesheim betreut und gepflegt wird, hat sie sogar einen Anteil von 36 %. Die Wahl zum Baum des Jahres 2022 soll zum einen auf ihre enorme Bedeutung hier in ihrem natürlichen Verbreitungsgebiet aufmerksam machen, zum anderen auf ihr Leiden unter den Auswirkungen des Klimawandels.

Als “Mutter des Waldes“ ist die Buche in unseren Breiten sehr konkurrenzstark und bildet als schattenliebende Baumart geschlossene, dunkle Waldbestände aus. Da sie insbesondere als junger Baum wenig Licht braucht, kann sie sich auf vielen Standorten gegen andere Baumarten durchsetzen.

Wer offenen Auges durch den Rheingauer Wald läuft, kann dieses Phänomen vielerorts beobachten: in der unteren Waldschicht findet man vor allem kleine Buchen aus Naturverjüngung. Über ihre Verjüngungsfreudigkeit freuen sich selbstverständlich die Försterinnen und Förster, denn natürliche Verjüngung durch Waldbäume ist die wichtigste Methode, Wälder neu zu begründen. Trotz ihrer guten Anpassungsfähigkeit leiden vor allem alte Buchen unter den Folgen der Klimaerwärmung: durch Wassermangel und Hitze werden die Bäume geschwächt, Pilze befallen den Baum und er stirbt ab. Da das Schadgeschehen landesweit zu beobachten ist, spricht man bereits von einem Buchensterben. Auch im Bereich des Forstamts Rüdesheim ist dieser Trend zu beobachten, allerdings sei die genetische Anpassungsfähigkeit der Buche an die sich verändernden Klimabedingungen nicht zu unterschätzen. Dieser „Wettlauf“ zwischen dem fortschreitenden Klimawandel und der Anpassungsfähigkeit der Bäume wird maßgeblich darüber entscheiden, wie unsere Wälder zukünftig aussehen, so Jan Stetter, Forstamtsleiter im Forstamt Rüdesheim.

Darüber hinaus sind Buchenwälder wertvolle Lebensräume, die innerhalb des europäischen Schutzgebietsnetzes Natura2000 eine besondere Bedeutung erfahren. Mit einer nachhaltigen naturnahen Holznutzung können diese Lebensräume gewahrt bleiben, gleichzeitig kann Buchenholz als nachwachsender klimaneutraler Rohstoff einen wichtigen Beitrag zum Klimaschutz leisten. Nicht nur Möbel, Möbelfurnier, Bauschichtholz oder Zellstoff werden aus Buchenholz hergestellt. Buchenholz bietet, in seine chemischen Bestandteile zerlegt, viele weitere Verwendungsmöglichkeiten, die man bereits im 19. Jahrhundert im Rheingau nutzte: Das Holzverkohlungswerk in Lorch, das von 1857 bis 1959 in Betrieb war und auf dessen Gelände sich die heutige Firma Schlaadt befindet, stellte aus Buchenholz lebenswichtige Produkte wie Teer, Lösungsmittel, Essigsäure und Holzkohle her. Das Holz wurde auf Gleisen mit einer Waldbahn aus den umliegenden unerschlossenen Wäldern des Wispertals abgefahren und in der Lorcher Fabrik verarbeitet. Damit die Buche als führende Baumart Mitteleuropas erhalten bleibt, sind große Anstrengungen für einen effektiven Klimaschutz nötig. Dann hat die Buche die Chance, ihre Konkurrenzkraft in Mitteleuropa aufrechterhalten zu können.

Internationaler Tag der Wälder am 21. März

21.03.2021

In den Wäldern der osthessischen Forstämter Burghaun, Hofbieber und Fulda hat der Klimawandel sichtbare und noch nicht sichtbare Spuren hinterlassen.

Besonders die bei uns in Hessen weit verbreitete Buche leidet unter dem Wassermangel. „Man sieht den Bäumen auf den ersten Blick nicht immer an, dass sie schon absterben“ so Florian Wilshusen, Forstamtsleiter vom Forstamt Hofbieber. Er ergänzt: „Wir schauen ganz genau hin. Manchmal sind die Kronen der Bäume noch grün, aber am Stamm platzt schon die Rinde ab. Das ist kein gutes Zeichen.“ Die große Hitze und Trockenheit der letzten Sommer ist an vielen Bäumen nicht spurlos vorbeigegangen. „Nicht nur die jungen Bäume mit ihren wenig verzweigten Wurzeln- auch alte, stattliche Buchen sind direkt vor unseren Augen verdurstet“, so Wilshusen. Den Forstleuten bleibt dann nur, die Bäume zu fällen. Blieben sie stehen, müssten Wege und zum Teil auch ganze Wälder für die Erholungssuchenden gesperrt werden, weil der Aufenthalt unter den absterbenden Bäumen einfach zu gefährlich wäre. Doch gerade jetzt zieht es viele Menschen in die Wälder, um einfach mal frische Luft zu schnappen und den Corona-Alltag hinter sich zu lassen.

„Jeder, der sich unter diesen absterbenden Bäumen aufhält, begibt sich in Gefahr“ so David Nöllenheidt, Forstamtsleiter vom Forstamt Fulda. „Das gilt sowohl für die Menschen, die bei uns im nahegelegenen Gieseler Forst Erholung suchen, aber auch für jene, die Tag für Tag im Wald arbeiten. Um unsere Wälder zu stärken, pflanzen wir heimische und angepasste Baumarten wie etwa Eichen und Tannen, die mit den veränderten Bedingungen und zukünftigen Herausforderungen besser zurechtkommen.“ Die Forstleute schauen sich jede Fläche einzeln an und entscheiden ob, wann, wieviel und vor allem was gepflanzt werden muss.

Forstwirte pflanzen den „Wald für Morgen“ (Foto: F. Reinbold)

„Stück für Stück ergibt sich dadurch ein buntes Mosaik an Baumarten die unseren Wald vielfältiger machen“, so Sebastian Keidel, Forstamtsleiter aus dem Forstamt Burghaun. „Jeder Standort ist einzigartig, ihm gerecht zu werden ist nicht immer einfach. Wo wenig wächst geben wir durch neue Pflanzungen eine Starthilfe. Wo bereits junge Bäume vorhanden sind, ergänzen wir sie um zusätzliche Arten. Wir erhöhen die Baumartenvielfalt und stärken damit den Wald von Morgen. Mit der Pflanzung legen wir jetzt den Grundstein für mindestens die nächste Waldgeneration und tragen zu einer nachhaltigen Erhaltung des Waldes bei. In 100 Jahren werden unsere Ur-Enkel unter den heute gepflanzten, jungen Bäumen stehen“, da sind sich alle drei Forstamtsleiter einig. Doch dass die Pflanzung klappt hängt nicht nur vom Regen der nächsten Wochen und der Vielfalt der Baumarten ab. Forstpflanzen sind gerade ein knappes Gut und im ganzen Land stark nachgefragt. Die Forstämter von HessenForst setzen bei Ihren Pflanzungen nur hochwertiges, zertifiziertes und zugelassenes Pflanzmaterial ein.

Ein neuer Baum für Osthessen (Foto: F. Wilshusen)

Am 21. März stehen der Wald und sein Erhalt weltweit im Fokus. Die osthessischen Forstämter laden Waldbesucher ein, sich selbst vor Ort ein Bild zu machen. „Machen Sie einen Spaziergang in unseren Wäldern und nehmen Sie sich eine Auszeit vom Alltagsstress! Wir freuen uns über das große Interesse am Wald und an unserer Arbeit und beantworten auch Ihre Fragen gern. Falls Sie dann im Wald eine Absperrung sehen, versuchen Sie bitte nicht, diese zu überqueren. Sobald das Betreten wieder sicher ist, geben wir die Wege natürlich schnellstmöglich für Sie frei! “