Revierförsterei Chausseehaus unter neuer Leitung

25.05.2022

Nachdem der langjährige Revierleiter Dietmar von Steen im November in den wohlverdienten Ruhestand eintrat, übernahm Daniel Behrendt die Revierförsterei Chausseehaus. Hier schildert der neue Kollege seinen Werdegang:

Ich würde lügen, wenn ich sagen würde, dass ich schon immer Förster werden wollte. Denn sind wir mal ehrlich: Die wenigsten wissen überhaupt, was zum Tagesgeschäft dieser Märchengestalt gehört. Meine ersten Kontakte mit der Arbeit im Wald hatte ich stattdessen als mein Vater beschloss, dass er sein Haus gerne mit Holz heizen würde. So durfte ich seit meinem 11. Lebensjahr regelmäßig mit „ins Brennholz“.

Nachdem ich dann mein Abitur erworben hatte und mit meiner ersten Wahl des Studienganges (Chemie) sehr unzufrieden war, habe ich zunächst beschlossen, meine akademischen Ambitionen beiseite zu legen und eine Ausbildung zu machen. Ins Grüne sollte es gehen. Nach einigen Praktika im Gartenbau schrieb der Landesbetrieb Wald und Holz NRW Ausbildungsstellen zum Forstwirt aus. Nach einem Gespräch mit einer Försterin, die wir über das väterliche Brennholz kennengelernt haben, entschied ich, dass das das richtige für mich sein könnte.

Ein paar Monate später begann ich meine Ausbildung zum Forstwirt im Revier Großhau im Regionalforstamt Rureifel-Jülicher Börde (NRW). Drei Jahre lang lernte ich alle Betriebsarbeiten im Wald kennen: Bäume fällen und pflanzen, Zäune bauen, Kulturen und Jungbestände pflegen, Artenschutzkonzepte umsetzen, Jagdeinrichtungen bauen, einfache Holzbearbeitung zum Bau von Erholungseinrichtungen oder Nistgelegenheiten und all die vielen kleineren und größeren Dinge, die man immer wieder vergisst. Nach dem Erwerb meines Gesellenbriefes konnte ich dann in einem anschließenden Jahresvertrag im gleichen Forstamt weitere Erfahrungen in dem Berufsfeld sammeln.

In der Zwischenzeit hatte sich jedoch der Wunsch entwickelt, ein tiefergehendes Verständnis für das Ökosystem mit und in dem ich dort arbeitete zu erwerben. Auch den Beruf des Försters (eigentlich des Revierleiters) lernte ich während der Ausbildung erst so richtig kennen. Das breite Aufgaben- und Wissensspektrum, welches ein Förster abdecken muss war und ist für mich unglaublich attraktiv.

Also entschied ich mich, noch einmal die Schulbank zu drücken und ein Studium des Forstingenieurwesens zu absolvieren. Dazu verschlug es mich an die Hochschule Weihenstephan-Triesdorf in Freising bei München. Es sollte mich fast vier weitere Jahre kosten, bis ich meinen Abschluss in der Tasche hatte. Mein Wissen über die Arbeiten im Wald wurde durch kompetente Professoren, Lehrfahrten durch ganz Bayern und ein Praxissemester im Saarland um Themen wie Jagd, Waldbau, Zoologie, Botanik, Bodenkunde, die von vielen Forststudenten gefürchtete Betriebswirtschaftslehre und viele andere Themen erweitert.

Nun war nur noch eine letzte Hürde zu meinem Ziel, dem klassischen Revierleiter, zu nehmen:

Die Eignungsprüfung für den Staatsdienst. Die erste Gelegenheit sich auf ein mit dieser Prüfung einhergehendes Anwärterjahr zu bewerben kam dann im Dezember 2018 bei HessenForst. Von April 2019 bis April 2020 absolvierte ich dann eben jenes Jahr im Forstamt Königstein und schloss die Laufbahnprüfung für den gehobenen Forstdienst so gut ab, dass ich unmittelbar in ein unbefristetes Arbeitsverhältnis übernommen werden konnte.

Für ungefähr anderthalb Jahre durfte ich dann als Betriebsassistent im Forstamt Königstein bleiben. Dort war ich als Springer eingeteilt. Ich vertrat Kollegen im Urlaub oder in Krankheitsfällen oder half da aus, wo es aufgrund der Borkenkäferkatastrophe oder aus anderen Gründen zu Arbeitsspitzen kam.

Natürlich schielte ich in der ganzen Zeit bereits immer auf die internen Stellenanzeigen, um nach einem langen Weg endlich den Traumberuf erlangen zu können. Im Juni 2021 bewarb ich mich dann auf das Revier Chausseehaus im Forstamt Wiesbaden-Chausseehaus. Dann gingen die Dinge auf einmal sehr schnell und das Resultat lesen sie hier. Seit etwas mehr als einem halben Jahr bin ich der Revierleiter des Revieres Chausseehaus. Auch wenn ich immer manchmal das Gefühl habe immer noch „laufen zu lernen“, hoffe ich, die großen Fußstapfen ausfüllen zu können, die mein Vorgänger Dietmar von Steen mir hinterlassen hat.

Revierleiter Daniel Behrendt (Bild: M. Gantz FA Königstein)